Frauenstunde |
Die Frauen treffen sich Montags von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr.
Alle Frauen jeden Alters sind hier herzlich willkommen.
Das wird bei den Frauen so gemacht:
Frauenfrühstück |
Am Samstag, 23. Januar 2010 um 9:30 Uhr fand wieder ein Frauenfrühstück in unserem Gemeindehaus statt!
Als Referentin hatten wir Barbara Tomaskowitz aus Lüdenscheid eingeladen.
Sie war das zweite Mal bei uns zu Gast.
Das Thema dieses Morgens: "Warum lässt Gott das zu?"
Als kleinen Eindruck, was Sie auf einem Frauenfrühstück so erwarten kann, haben wir hier den Bericht vom Frauenfrühstück
aus unserem Gemeindebrief:
Übrigens: Das nächste Frauenfrühstück findet am Samstag 22. oder 29. Januar 2011 um 9:30 Uhr statt.
„Warum lässt Gott das zu?“
Ein heißes Thema: „Warum lässt Gott das zu?“ Eine interessante, aber auch schwierige Frage, die sich Barbara Tomaskowitz aus
Lüdenscheid für das Frauenfrühstück ausgesucht hatte.
Spontan kommen dazu Beispiele von traurigen oder entsetzlichen Geschichten in den Sinn, die eigentlich nicht zu einem fröhlichen,
gemeinsamen Frühstück passen. Deswegen wurde – wie immer – zuerst die „leichte“ Kost serviert mit freundlicher Begrüßung,
ruhiger Musik und den gewohnten Leckereien, die keine Wünsche offen ließen. Erst nachdem sich alle Gäste mit einem wohlig
gesättigten Gefühl entspannt zurücklehnten, kam die „schwere“ Kost auf den Tisch.
Barbara führte uns schnell mit einigen aktuellen Beispielen in die Thematik ein. Die Presse überschlug sich gerade mit Berichten
aus dem Erbeben-geplagten Haiti, wo unzählige Menschen getötet, verschüttet oder obdachlos geworden waren.
Zum gleichen Zeitpunkt erfuhr sie von der schweren Erkrankung eines Babys aus dem Bekanntenkreis und musste sich mit der Frage
auseinander setzen, welches Schicksal sie mehr berührt. Sie stellte fest, dass es das Einzelschicksal eines Menschen war,
der ihr persönlich bekannt ist.
Warum lässt Gott das zu? Diese Frage taucht bei bitteren Erlebnissen und persönlichem Leid schnell auf. Niemand ist in der Lage,
diese Frage vollständig zu beantworten.
Manche Christen formulieren die Frage um – sie fragen nicht mehr nach dem Warum sondern dem Wozu. Wozu kann es dienen.
Barbara gab zu bedenken, dass es grausame Taten gibt, die keinen Sinn ergeben, weder für die Täter, noch für die Opfer.
Zur Beantwortung der Warum-Frage, gab uns sie dann einige nachdenkenswerte Anregungen.
Zunächst gab sie eine interessante Frage in die Kleingruppen an den Tischen: „Man könnte bei all den katastrophalen Ereignissen,
die immer auf der Erde geschehen, denken, dass Gott schläft. Ob sich der Schöpfer des Universums für menschliche Belange
interessiert?“ Nach einem regen Austausch gab sie die Antwort, die in Psalm 121, 4 steht: „Siehe, der Hüter Israels schläft und
schlummert nicht.“
Das ist es also nicht. Die meisten Menschen glauben irgendwie an ein höheres Wesen und richten ihre Fragen nach einem Sinn in Leid
und Not an Gott. Aber welchen Gott?
Axel Kühner schreibt in seinen Überlebensgeschichten, dass sich die Gottesvorstellungen sehr voneinander unterscheiden und sich
nach den jeweiligen Bedürfnissen richten. Sie beten zum „Feuerwehrgott“, der einspringen soll, wenn's brennt, zum „Lückenbüßergott“,
wenn uns etwas fehlt oder zum „Drogengott“, der für ein schnelles Hochgefühl sorgen soll.
Die Realität sieht jedoch anders aus: Nicht wir erschaffen Gott nach unserem Bild und unseren Bedürfnissen, sondern er hat uns
erschaffen. Die ersten Menschen lebten in einer Umgebung, die nach ihren Bedürfnissen gestaltet worden war und waren glücklich
in der Gemeinschaft mit Gott. Als sie die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aßen, zerbrach das Paradies.
Gott hat uns nicht als Marionetten erschaffen, sondern uns mit einem freien Willen ausgestattet. Das gibt uns die Freiheit,
das Gute oder das Böse zu wählen. Es liegt in unserer Verantwortung. Gott nimmt uns ernst, will uns zu starken Persönlichkeiten
wachsen lassen, zwingt uns zu nichts.
Die Bibel gibt uns ein schönes Bild und vergleicht Gott mit Adlereltern. Diese erkennen, wann die Jungen soweit sind, dass sie
fliegen lernen könnten. Sie schubsen sie aus dem Nest in die Tiefe. Damit sie nicht in den Tod stürzen, fliegen sie direkt unter
ihren Kindern, um sie jederzeit auffangen zu können. So schubst uns auch Gott in das Leben und ist gleichzeitig unser Schutz.
Trotzdem gibt es unsägliches Leid und Schmerz, was es schwer macht, an einen liebenden Gott zu glauben.
Für manche Menschen liegt es nahe, Gott Vorwürfe zu machen und sich von ihm abzuwenden.
Gott ist nicht für alles verantwortlich. Er schaut aber auch nicht passiv zu – er handelt. Allerdings nicht immer so, wie wir es
wünschen. In Jesaja 40, 13 sagt er zu uns: „Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht:
Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“
Barbara ließ uns an ihrem eigenen Schicksal teilhaben. Sie hat einen Sohn, der an einer psychischen Erkrankung leidet.
Dadurch war sie so belastet, dass sie einen Nervenzusammenbruch erlitt. Durch die leidvollen Situationen erfuhr sie,
dass Gott Dinge zulässt, die sie ärgern, verletzen, kränken, beanspruchen. Immer wieder griff Gott jedoch auch hilfreich ein.
Sie musste lernen, ihr Schicksal anzunehmen, so wie es ist und dennoch auf Gott zu vertrauen.
Gott schläft nicht, er ist auch nicht zu schwach, um uns helfen zu können und er ist nicht schuld.
Schuld liegt bei den Menschen. Die zehn Gebote, die Gott uns gegeben hat, sind sehr einfach formuliert.
Wenn alle Gebote eingehalten würden, sähe unsere Welt anders aus: Wir bräuchten z.B. keine Türschlösser, keine Tresore,
keine Banken. Wenn wir den Feiertag heiligen würden, gäbe es weniger Stress und damit weniger stressbedingte Erkrankungen.
Die meisten unangenehmen Situationen sind auf menschliches Versagen und Bosheit zurück zu führen.
Es gibt keine Garantie für ein glückliches und sorgenfreies Leben in dieser Welt. Gott sagt: „Fürchte dich nicht!“,
weil es etwas zu fürchten gibt.
Es bleibt die Frage, wie wir damit umgehen können.
Barbara zitierte aus dem Buch „Ein schöner Tag zum Sterben“ von Heike Groos, die als Bundeswehrärztin in Afghanistan
eingesetzt worden war. Sie behandelte viele Verletzte und bekam die schrecklichen Bilder nicht mehr aus ihrem Kopf.
Sie wandte sich an den Kompaniechef einer Fallschirmeinheit, der als „harter Hund“ verschrien war, weil sie hoffte,
dass dieser ihr den Kopf zurecht rücken könnte. Doch er reagierte anders, als erwartet. Er schüttelte den Kopf und sagte:
„Ihr Sanitäter und Helfer erwartet, dass diese Ereignisse an euch vorüber ziehen, ohne dass sie Spuren hinterlassen. Das ist dumm.
Es gibt keinen anderen Weg, als den Schmerz anzunehmen, auszuhalten und zu warten, bis die Wunden langsam vernarben.
Mit der Zeit wird es erträglich.“
Der katholische Priester, den sie ansprach, versuchte nicht, alles schön zu reden und salbungsvolle Worte zu machen sondern
sagte kurz und knapp: „Das ist eine Riesensauerei.“
Wir können Gott direkt sagen, was wir denken und dabei auch Dinge beim Namen nennen, klagen und trauern.
Barbara machte nun einen Gedankensprung und zitierte eine Freundin, die angesichts des unendlichen Leids in der Welt die Frage
stellt: „Warum nicht ich? Warum werde ich bewahrt und die anderen müssen leiden?“ Sie ist dankbar, aber auch erschrocken über
Gottes Bewahrung in ihrem Leben. Wie oft könnten wir danke sagen für Bewahrung vor Unfällen, in Krankheit, vor Arbeitslosigkeit
oder anderen bedrohlichen Situationen.
Er kann uns beistehen. Jesus sagt im Johannesevangelium: „In der Welt habt ihr Angst, aber lasst euch nicht entmutigen,
ich habe die Welt überwunden.“ Er kannte die Angst und ist stärker als die Umstände. Selbst wenn wir sterben sollten, kann er
alles zum Besten wenden, weil wir dann bei ihm sind.
Ein alter Spruch heißt, „Alles Leid währt nur bis zum dritten Tag.“ Am dritten Tag ist Jesus auferstanden. In der Offenbarung
heißt es, dass danach kein Leid mehr sein wird. Alles Negative hat dann ein Ende.
Im Leid ist uns Gott besonders nahe. Er kann uns seinen Frieden schenken, der höher ist als der Verstand und er kann uns helfen,
Situationen auszuhalten, aber er kann sie auch verändern.
Es ist wichtig, Gott in unser Leid mit hineinzunehmen.
Zum Schluss las Barbara uns ein Segensgedicht vor:
Der unbegreifliche Gott
erfülle dein Leben
mit seiner Kraft,
dass du entbehren kannst,
ohne hart zu werden,
dass du leiden kannst,
ohne zu zerbrechen,
dass du Niederlagen hinnehmen kannst,
ohne dich aufzugeben,
dass du schuldig werden kannst,
ohne dich zu verachten,
dass du mit Unbeantwortbarem leben kannst,
ohne die Hoffnung preiszugeben.
Antje Sabine Naegeli
Eure Ulla